Glossar

Unser Glossar erklärt Begriffe aus der Flamencowelt und ist für Schüler das Nachschlagewerk zum Unterricht. Wir gehen hier auf die allgemein im Flamenco gebräuchliche Verwendung ein, nicht immer auf eine wörtliche Übersetzung. Einige Begriffe sind aus der Sicht des kastilischen Spanischs nicht korrekt geschrieben – das liegt z. B. daran, dass Wörter durch den andalusischen Dialekt vernuschelt oder ihrer Endungen beraubt wurden. Auch gibt es regionaltypische Begriffe, die man im restlichen Spanien so nicht verwenden würde. Nicht zuletzt tauchen auch Begriffe aus dem Caló auf – der Sprache der Gitanos (spanische Roma) auf der iberischen Halbinsel. Zu den aufgeführten Flamencostilen sind auch ihre Zählweise und die Betonungen im Takt aufgeführt – es handelt sich dabei jeweils die einfachste Grundbetonungsart.

AbanicoAbanico | Fächer. Dieses schöne Tanzaccessoire aus Holz (oder Kunststoff) und Tuch kann sehr effektvoll eingesetzt werden. Es tanzen i. d. R. nur Frauen damit, Männer dürfen es aber grundsätzlich ebenso. Es gibt verschiedene Größen – Fächer mit 40-60 cm Radius werden für die Tanzarbeit am häufigsten verwendet, aber letztendlich entscheidet der Tänzer, welche Größe er bevorzugt. Für eine vollendete Fächertechnik brauchen Tänzer eine gute Floreo-Technik, die Rotation des Handgelenks ist die gleiche (s. floreos).  Für Gitarristen bezeichnet der Begriff eine Anschlagstechnik der Spielhand.
Acento | Betonung
Aficionado | Liebhaber und Kenner des Flamencos
Aire | Flair, Stimmung. Je nachdem, wo man Flamenco genießt, kann er sehr unterschiedlich klingen. Eine Alegria oder Buleria kann je nach Region sehr unterschiedlich interpretiert werden. Cordoba oder Granada sind für einen schwermütigen Flamenco bekannt, der Flamenco in Cádiz ist dagegen heiterer.
Alegría | ein Flamencostil, 12er > 1 – 2 – 3 – 4 – 5 – 6 – 7 – 8 – 9 – 10 – 11 – 12 
Alzapua | Gitarrentechnik – Triolen mit Daumenanschlag
Apagado | abgestoppt
A palo seco | „ohne alles“ oder „pur“. Der Gesang wurde ursprünglich ohne Musikbegleitung dargeboten. Den Rhythmus markierte man mit einem auf den Boden klopfenden Stock, der auch palo genannt wird. Die heutigen cantes a palo seco können aber durchaus von Musik begleitet sein. Der Begriff palo wird heute als Oberbegriff für „Flamencostile“ verwendet.
Apoyado | angelegt
Arpeggio | Gitarrentechnik – Akkordzerlegung durch Anschlag nacheinander
Arrastre | Schleifen mit den Nägeln unter der Schuhspitze (s. auch látigo)
BaileBaile | Tanz. Neben Gesang (cante) und Gitarre (toque) gehört der Tanz zu den drei Hauptelementen des Flamencos. Seine Geschichte geht zurück bis zur Zeit der Phönizier, die sich Hindu-Tänzer in die Hafenstadt Gades (später Cádiz) kommen ließen. Im 1. Jhd. unserer Zeitrechnung berichteten römische Dichter in höchsten Tönen von den „Tänzerinnen aus Cádiz“. Ab dem 8. Jhd. prägte sodann die arabische Herrschaft das Land und auch die Tanzkultur wie auch – und vor allem – die seit dem 15. Jhd. eingewanderten gitanos. Diese waren überall als Musiker und Tänzer dokumentiert und verdienten ihren Lebensunterhalt auf Festen, wo sie die landestypischen Modetänze im „Zigeunerstil“ darboten. Dabei sorgten sie durch ihre natürliche Emotionalität für Aufmerksamkeit und wurden zur ernstzunehmenden Konkurrenz für die Tänzerinnen des Boleros (seinerzeit der dominierende Tanz Spaniens). Mitte des 19. Jhd. sprach man zum ersten Mal von „Flamenco“ für diese neue Tanzform. Der Gesang hatte sich bis dahin separat entwickelt und verschmolz nun mit den Tänzen und der Musik der sie begleitenden Gitarren. Diese Zeit um 1860 brachte die größte Entwicklung für den Flamenco, weshalb sie als das „goldene Zeitalter“ (edad de oro) bezeichnet wird. Was wir heute als Flamenco kennen, wurde in dieser Zeit geprägt. Danach gab es kaum noch Neuerungen.
Bailaor, Bailaora | Tänzer, Tänzerin des Flamencos. Dieses Wort gibt es im Spanischen eigentlich nicht – richtigerweise werden Tänzer als bailarín/a bezeichnet. Dieser Begriff bezieht sich aber auf den klassischen Tanz, wie z. B. das Ballett. In der Flamencoszene, vermutlich auch aufgrund des andalusischen Dialekts und/oder Einflüssen des caló (s. caló), werden Tänzer im Flamenco mit bailaor/a bezeichnet.
Bailarín, Bailarina | Tänzer, Tänzerin des klassischen Tanzes
Bastón | Gehstock mit gebogenem Griff. Tänzer verwenden ihn zur rhythmischen Begleitung ein einigen Stilen. Er darf unten aber keine Spitze haben, wie bei einem normalen Gehstock sonst meist üblich. Tanzlehrer nutzen den bastón auch in ihren Kursen, um den compás vorzugeben.
Bata de colaBata de cola | Die bata ist ein Schleppenrock, der über 2 m lang sein kann. Damit elegant umzugehen, bedarf es einer einwandfreien Haltung. Für Flamencotanz-Anfänger ist das Tanzen mit der Schleppe nicht zu empfehlen, da ihnen noch die Balancefertigkeit und Kraft fehlt. Die Beine haben hier neue Techniken zu lernen, die man mit den normalen Flamencoröcken nicht braucht. Der Rock wird nur mit Hilfe der Beine und Füße herum- und hochgeworfen. Für Fußteile kann der Rock mit den Händen angehoben werden, damit das Publikum die Fußarbeit sehen kann. Der Tanz mit der bata de cola ist die Königsdisziplin des Flamencotanzes und ein wundervolles Tanzaccessoire.
Bolero | Der ab etwa 1780 dominierende Tanz Spaniens (mit Kastagnetten).
Braceo | Armbewegungen der Tänzer. Eine elegante und geschmeidige Armführung bedarf einer guten Rumpfspannung. Was leicht aussieht, ist Schwerstarbeit für die Muskulatur – diese muss mit viel Übung in korrekter Technik langsam aufgebaut werden. Anfänger, die ihre Kurse regelmäßig besuchen, können bereits nach 2-3 Monaten eine gute Armführung erreichen.
Buleria ein Flamencostil, 12er > 12 – 1 – 2 – 3 – 4 – 5 – 6 – 7 – 8 – 9 – 10 – 11
Cafés Cantantes | Die cafés cantantes entstanden Mitte des 19. Jhd. und trugen erheblich zur Entwicklung und Verbreitung des Flamencos bei.  Zahlreiche Künstler sind hier berühmt geworden, vor allem Sänger und Gitarristen. Flamencotänze, wie sie seinerzeit bereits in Schulen gelehrt wurden, sah man ebenfalls auf den Bühnen. Die Bezeichnung „Flamenco“ für das gemeinschaftliche Auftreten von Gesang, Tanz und Gitarre entstand in dieser Zeit, die man auch edad de oro, das goldene Zeitalter des Flamencos nennt. Es gab ein großes Publikum, das Flamenco sehen und hören wollte. Echte Kenner und Liebhaber der Flamencokunst (aficionados) genossen die Darbietungen in gepflegtem Ambiente bei feinen Getränken und gutem Essen. Doch es gab auch die Schattenseite – reine Amüsierlokale, wo es schummrig, schmutzig und derb zuging.
CajónCajón |  Dieses Instrument kam in den 1970er Jahren in den Flamenco. Cajónes sind aus Holz und sehen zunächst wie einfache Kisten aus. In der hinteren Wand befindet sich ein Schallloch, an der Vorderseite sind im Innern ein „Teppich“ (wie bei einem Schlagzeug) und bei machen auch Glöckchen eingespannt. Man sitzt darauf, die Beine gespreizt, und schlägt dazwischen mit den Händen und Fingern auf der Vorderseite (Decke) der Kiste. Die Decke ist bei guten Cajones aus wertvollen Klanghölzern, wie z. B. Ebenholz. Im Bereich der oberen Kante entsteht ein schnarrender, hoher Ton, weiter unten tiefe Basstöne. Auch der  Cajonero muss wissen, welcher palo in welchem compás steht, wo die charakteristischen Akzente sitzen und wann Raum zur Improvisation gegeben ist. Einfache Anfänger-Cajones gibt es für etwa € 80, ab € 150 gibt es schon deutlich mehr Qualität, ab € 300 kann man wirklich gute Instrumente bekommen. Nicht jedes Cajón ist auch für Flamenco geeignet – je nach Bauart und Hersteller unterscheiden sich die Sounds deutlich.

Caló | Sprache der gitanos (spanische Roma) auf der iberischen Halbinsel. In den Liedtexten des Flamencos finden sich zahlreiche Wörter und Redewendungen aus dem caló, aber auch aus dem maurischen Arabisch und dem Ladino (traditionelle romanische Sprache der sephardischen Juden). Manche Wörter können gar in der Alltagssprache eine beleidigende Bedeutung haben, im Flamenco hingegen eine poetische und positive.
Cambio | Wechsel. Lehrer verwenden diesen Begriff als Ankündigung, die Figur/den Schritt, den Rhythmus etc. zu wechseln. Cambio steht auch für den „Wendepunkt“ in den 12er-Grundschritten (paseos), dort auf der Zählzeit 6. Auch der musikalische Wechsel innerhalb eines Stückes (z.B. in einer Alegria der Wechsel in das silencio) wird mit cambio bezeichnet.
Caña | ein Flamencostil, 12er > 1 – 2 – 3 – 4 – 5 – 6 – 7 – 8 – 9 – 10 – 11 – 12
Cante | Gesang. Neben Tanz (baile) und Gitarre (toque) gehört der Gesang zu den drei Hauptelementen des Flamencos. Für Nicht-Eingeweihte kann er anstrengend oder unangenehm sein, da sie seine Geheimnisse nicht kennen. Was nach Geschrei oder Gejammer klingt, verlangt vom Sänger das Wissen um die Regeln der palos (Stile), präzise Technik, Erfahrung und die Fähigkeit, Emotionen freien Lauf zu lassen. Der cante soll nicht gefallen, sondern ist eine Darstellung der Stimmung eines  palos, des Textes und des Interpreten. Die Art und Weise des Gesangs kann sehr unterschiedlich sein und ist geprägt von der Persönlichkeit des Sängers.
Cante alante | Sologesang, d. h. der Gesang steht  hier im Vordergrund (s. auch cante atrás)
Cante atrás | Gesang „hinten“, hier steht der Tanz im Vordergrund, der Sänger singt für den Tänzer (s. auch cante alante)
Cante libre | freier Gesang ohne festen compás (s. auch compás)
Cantiña | ein Flamencostil, 12er > 1 – 2 – 3 – 4 – 5 – 6 – 7 – 8 – 9 – 10 – 11 – 12
Caracoles | ein Flamencostil, 12er > 1 – 2 – 3 – 4 – 5 – 6 – 7 – 8 – 9 – 10 – 11 – 12
Carretilla | Kastagnetten: Schnelles Abrollen von kleinem, Ring-, Mittel- und Zeigefinger. Fußtechnik: Rhymisch durchlaufendes Muster, im deutschsprachigen Raum auch „Lokomotive“ genannt.
KastagnettenCastañuelas | Kastagnetten. Sie stammen ursprünglich aus dem klassischen Tanz und der Folklore. Mit der Zeit fanden sie auch den Weg in den Flamenco, wo sie zwar nicht sehr häufig, aber immer wieder zu sehen und hören sind (z. B. Sevillanas,  Fandangos, aber auch Soleares, Sequiriyas…). Jede Kastagnetten besteht aus zwei muschelförmigen Schalen, die mit einer Kordel verbunden sind. Man zieht zwei Schlaufen über die Daumen und spielt mit den Fingern auf dem Holz. Das Paar bildet eine weibliche (re, höher) und eine männliche (li, tiefer). Material, Größe und Machart beeinflussen den Klang. Holzkastagnetten entwickeln ihren Klang durch das Spielen, sind empfindlicher gegen Luftfeuchtigkeit und Stöße als Kastagnetten aus Fiberglas oder tela. Jeder Spieler wählt sein Lieblingsmaterial. Durch die heutigen Materialien und Herstellungstechniken gibt es außergewöhnlich robuste und klangvolle Instrumente. Anfänger brauchen nicht mehr als € 25 zu investieren. Wer sich nach ein paar Monaten einiges an Fingerfertigkeit und -kraft angeeignet hat, für den lohnt und empfiehlt sich die Anschaffung eines hochwertigen Instrumentes im Bereich € 80-120. Instrumente für den Profibedarf können in mehrere hundert € gehen. Man unterscheidet die Flamenco- und Klassik-Spielart: Im Flamenco übernimmt die rechte Hand die Hauptarbeit, so wird z. B. die Technik der carretilla (s. carretilla) nur mit der rechten Hand gespielt – die linke schlägt nur einfache Schläge mit dem Mittel- oder Mittel-/Ringfinger zusammen. In der Klassik müssen alle Techniken auch mit der linken Hand beherrscht werden.
Cejilla | Kapodaster für die Gitarre. Sieht aus wie eine Klammer, mit der man alle Gitarrensaiten auf eine bestimmte Stelle des Griffbretts drücken kann. Dadurch „verschiebt“ sich der erste Bund und die Gitarre erhält eine andere Stimmung.
Centro | s. mitad
Chaflán | Schrittelement. Ein Fuß schlägt einen Golpe, der andere Fuß „rutscht“ seitlich oder nach vorne weg. Chaflán heißt übersetzt „Schräge“ – nach dem Ausführen der Technik bildet ein Bein eine Schräge zum Boden. Von manchen Lehrern wird die Technik auch chufla genannt.
Chaleco | Weste 
Chufla | s. chaflán
Cierre | Abschluss, endgültig (s. auch remate)
Clásico Español  | klassischer spanischer Tanz
Colombiana | ein Flamencostil (s. ida y vuelta), 4er > 1 – 2 – 3 – 4 | 1 – 2 – 3 – 4
Compás | Rhythmus-Takt-Gefüge. Für jeden Flamencokünstler ist der compás unbedingt einzuhalten. Trotz des komplexen Inhalts und der grenzenlosen Variationsmöglichkeiten ist eine einfache Basis leicht zu erlernen.   Die verschiedenen Stile stehen im 12er-, 4er oder 6er-Takt und jede Stilgruppe hat ihre eigenen Betonungen (acentos) innerhalb ihres Taktes. Eine Besonderheit des Flamencos ist, dass man nicht immer auf 1 zu zählen beginnt, auch die 12 oder 8 können der Beginn des Taktes sein. Man kann sie zudem mit Hilfe von ritmos binarios (2er) und ritmos ternarios (3er) aufteilen, wodurch sich unterschiedliche Zählweisen ergeben: Eine  Alegría wird im 12er-compás mit  1 – 2 –  3 – 4 – 5 – 6 – 7 – 8 – 9 – 10 – 11 – 12 gezählt, in Aufteilung von binarios und ternarios mit  1 – 2 – 3 – 1 – 2 – 3 – 1 – 2 – 1 – 2 – 1 – 2. Die acentos (rot) sitzen in beiden Zählweisen auf der gleichen Position. Gitarristen und Tänzer können unterschiedliche Zählweisen haben, da sie mitunter an ein und das selbe Thema mit einem anderen Ansatz herangehen müssen – doch egal, ob Tanz, Gitarre oder Perkussion, Flamencoschüler sollten grundsätzlich an beide Zählweisen herangeführt werden. Es gibt auch Lehrer, die nur die acentos zählen, jedoch dann nicht mit en Zahlen 3 – 6 – 8 – 10 – 12, sondern 1 – 2 – 3 – 45. Das kann unter Schülern zu völliger Verwirrung führen, denn wie lange die Abschnitte dazwischen sind, wird nicht deutlich. Diese Zählweise ist daher nicht für den Unterricht zu empfehlen. Es braucht viel Übung, um sicher zählen, betonen und im Takt bleiben zu können. Der  compás hat oberste Priorität, ist die Basis für alles Geschehen im Flamenco, sein Herzschlag. Schüler müssen früh herangeführt und durch stetiges Üben daran gewöhnt werden, im Flamencotakt zu arbeiten und zu fühlen. Das Hören von Flamencomusik ist hierbei essentiell – je öfter desto besser, z. B. über Flamenco spezialisierte Internetradios. (Hilfreich zum Begriff compás sind auch die Erklärungen zur Zählweise weiter unten).
Contemporáneo | zeitgenössisch. Vor allem im Tanz kommt dieser Begriff heute häufig vor. Der moderne Flamenco bedient sich ganz neuer Ausdrucksformen und befindet sich mit dem baile flamenco contemporáneo – dem zeitgenössichen Flamencotanz – in einem neuzeitlichen Wandel.
Contra, Contratiempo | Gegenrhythmus. Beispiel: Person A klatscht alle Schläge des Taktes auf 1 – 2 – 3 – 4, Person B andere genau dazwischen auf „und“´: ++ 3 + +. B erzeugt damit die contras/das contratiempo.
Copla | Strophe. Flamencotänze, die ihren Ursprung im klassischen Tanz oder in der Folklore haben, sind in coplas aufgeteilt (z. B. Sevillana,  Fandango de Huelva).
Cuadro Flamenco | Flamencogruppe
Desplante | Rhythmischer Einschub mit einem zapateado (Fußteil) zum Abschluss oder zur Einleitung einer Verszeile, einer Letra, eines Höhepunkts, einer Serie von Schritten oder eines Abschnitts. Ein desplante (dt. Abfuhr/Zurückweisung) ist länger als eine llamada – bei den 12ern 24 Zählzeiten, bei den 4ern i. d R. 2 x 8 Zählzeiten.
Edad de oro | das „goldene Zeitalter“ Mitte des 19. Jhd. (s. cafés cantantes)
Entrada | Eingangsteil eines Tanzes (oder Gitarrenstücks). Die Choreografien werden in Abschnitte eingeteilt, um Schülern und Lehrern die Orientierung und Verständigung zu erleichtern. Der Anfangsteil wird entrada genannt, la mitad ist der Mittelteil (manche Lehrer nennen ihn auch centro), el Final ist der Schluss. Bei sehr langen Choreografien können weitere Abschnitte hinzukommen. Der Beginn eines Stückes (entrada), besteht oft aus typischen musikalischen „Phrasen“, an denen sich sofort erkennen lässt, in welchem Stil sich die Musik bewegt. Typisch für eine entrada sind falsetas des Gitarristen (s. falseta).
Escobilla | langer Fußteil (s. auch zapateados)
Falseta | Melodiespiel der Gitarre. Hierbei gebührt dem Gitarrist die volle Aufmerksamkeit. Tänzer verwenden Fußteile während einer falseta sparsam, palmeros klatschen zurückhaltend und Sänger singen nicht.  Falsetas stellen das Gitarrenspiel in den Mittelpunkt des Geschehens.
Fandango de Huelva | ein Flamencostil, unterschiedliche Zählmöglichkeiten:
12er > 12 – 1 – 2 – 3 – 4 – 5 – 6 – 7 – 8 – 9 – 10 – 11 | 6er > 1 –  2 – 3 – 4 – 5 – 6 | 1 – 2 – 3 – 4 – 5 – 6
Fandango natural | ein Flamencostil, freier cante ohne compás
Fandango personal | freier, persönlicher Gesangs- oder Spielstil eines Fandangos
Farruca | ein Flamencostil, 4er > 1 – 23 – 4 | 1 – 234
Final | Schlussteil eines Tanzes. Die Choreografien werden in Abschnitte eingeteilt, um Schülern und Lehrern die Orientierung und Verständigung zu erleichtern. Der Anfangsteil wird entrada genannt, la mitad ist der Mittelteil (manche Lehrer nennen ihn auch centro), el Final ist der Schluss. Bei sehr langen Choreografien können weitere Abschnitte hinzukommen.
Flecos | Fransen des im Tanz verwendeten Tuchs (s. auch mantón)
FloreosFloreos | Hand- und Fingerbewegungen der Tänzer. Frauen setzen diese ausgedehnt und mit viel Fingerarbeit ein, Männer meist etwas zurückhaltender. Die Drehung des Handgelenks bei Frauen überwiegend im vollen Radius, bei Männern 1/2 oder 1/4. Es wird nach innen und/oder nach außen gedreht. Der Ellbogen muss ruhig bleiben. Gerade am Anfang ist auf exaktes Training zu achten, sonst wird sich keine schöne floreo-braceo-Technik entwickeln. Nur mit guter floreo-Technik kann man später auch elegant mit dem Fächer umgehen. Die floreos sind zusammen mit den Braceos Elemente, die dem Tanz ein Höchstmaß an Grazie verleihen können.
Garrotín | ein Flamencostil, 4er > 1 – 23 – 4 | 1 – 234
Gitano, Gitana | spanische Roma („Zigeuner“)
Golpe | Tanz: Schlag mit der ganzen Fußsohle. Manche Lehrer benennen die ganze Fußsohle mit planta, den Ballen mit Media Planta. Die meist gebräuchlichen Bezeichnungen der Schläge sind: golpe (ganze Fußsohle), planta (Ballen), tacón (Absatz), Punta (Fußspitze) etc. Für Gitarristen bedeutet der Begriff einen Schlag mit dem Fingernagel oder der -kuppe auf den Schlagschutz (golpeador) der Gitarrendecke zur rhythmischen Akzentuierung.
Gracia | Tänzer können ein Publikum zwar durch Technik, Schnelligkeit und ein umfangreiches Repertoire beeindrucken, doch fesseln kann nur, wer Gefühl und Persönlichkeit Preis gibt. Ein guter Tanz muss auch über emotionale Qualität verfügen – erst dann sagt man, er tanze mit gracia. Aficionados achten oft mehr auf die Mimik der Tänzer, als die komplizierten Techniken. In der Mimik tanzt die Seele. Eine Grundregel für Tanzschüler sollte sein – spiele die Emotion nicht! Fühle echt, sonst ist es Schauspiel, gekünstelt und unschön. Man darf und soll sehen, dass Du Spaß hast oder dass Du gerade traurig bist, so lange es nur echt ist.
GuitarraGuitarra | Die Gitarre war ursprünglich ein Instrument des armen Volkes, denn sie war günstig zu haben und somit auch weit verbreitet. Bevor sie für die Vorführung von Flamencotänzen eingeführt wurde, hatte sie sich bereits im Bereich der Begleitung von Flamencogesang weit entwickelt. Der orientalisch geprägte Gesang und die europäische Gitarre mussten sich aneinander anpassen, was auch eine stete Weiterentwicklung für die Gitarre mit sich brachte. War sie zunächst ein reines Begleitinstrument, brachte es die Gitarre doch bald zu höchster Virtuosität. So wurde sie u. a. durch Gitarristen wie Niño Ricardo, Sabicas oder Paco de Lucia auch zum geschätzten Flamenco-Soloinstrument.
Guitarrista | Gitarrist (auch toqueador). Man spricht vom Gitarristen – el guitarrista – oder vom Gitarrenspiel – el toque.
Granaina  | ein Flamencostil, Fandango aus Granada, freier compás
Guajíra | ein Flamencostil (s. ida y vuelta), 12er > 12 – 1 – 2 – 3 – 4 – 5 – 6 – 7 – 8 – 9 – 10 – 11
ida y vuelta | „hin & zurück“. In Lateinamerika traf die Musik spanischer Einwanderer („hin“) auf die der dortigen Kulturen und afrikanischer Sklaven. Dadurch entstand eine neue lateinamerikanische Musik, die ihren Weg auch zurück nach Spanien fand ´(„zurück“). Zur Flamencostil-Kategorie der idas y vueltas zählen Rumba, Guajira, Milonga, Vidalita und Colombiana.
Jaleo | ein Flamencostil, 3er > 1 – 2 – 3 | 1 – 2 – 3
Jaleo | Neben dem gleichnamigen Flamencostil bezeichnet der Begriff jaleo auch die Zwischenrufe durch Musiker, Tänzer und Publikum. Sie geschehen aus Begeisterung, zur Unterstützung, Motivation und Anfeuerung des Interpreten. Sie müssen spontan sein, also dem momentan Empfundenen entsprechen. Nicht-Eingeweihte können es als störend empfinden, wenn dieses im Flamenco so wichtige Element eingebracht wird. Für  Aficionados hingegen gehören jaleos unbedingt dazu. Beispiele:  harca (oft als „assa“ mit stummem „h“ zu hören / bien! (gut) / anda! (auf, komm) / olé! (bravo) / guapa!, guapo! (Schöne/Schöner) / me gusta! (das gefällt mir) /  ma(s) rapido! (schneller) / eso es! (das ist es) / mira! (schau her) / quiero verte! (ich will Dich sehen) / viva tu madre! (es lebe deine Mutter) / toma!/toma que toma! (nimm es) / así se canta!, así se baila!, así se toca! (so singt/tanzt/spielt man) / vamo(s) (por) allá! (dorthin gehen wir, z. B.  vamo´alla por Tangos zum Beginn eines Tangos) / azúcar! („Zucker“ im Sinne von süß, bezaubernd) usw… Die Jaleos verdeutlichen den natürlichen und ursprünglichen Charakter des Flamencos – gefällt Dir etwas, willst Du jemand anfeuern oder Deine Bewunderung ausdrücken, dann sag es gerade heraus. Doch einfach drauf los hineinrufen geht natürlich nicht – Du wirst nach und nach ein Gefühl dafür bekommen, wann welche Jaleos wie eingesetzt werden können. Höre zu und beobachte aufmerksam das Geschehen, sei spontan und natürlich.
Juerga | spontanes Flamenco-Zusammentreffen (gleichbedeutend „session“ in der internat. Musiksprache)
Kastagnetten | s. castañuelas
Látigo | Geschlagenes Schleifen (meist vor und zurück) mit den Nägeln unter der Schuhspitze, klingt ähnlich wie ein Peitschenhieb. Man setzt nur die Nägel unter der Schuhspitze ein, nicht die Ballensohle, sie würde die Bewegung ausbremsen. Der látigo wird oft in Kombination mit vorangehendem tacón de apoyo des anderen Fußes eingesetzt. Der látigo ist auch ein optisch attraktives  zapateado-Element.  Für den látigo in Verbindung mit anderen Schlägen braucht es eine gute Balance. Der látigo ist eine Variation des arrastre.
Letra | Liedtext
Liviana | ein Flamencostil, 12er > 8 – 9 – 10 – 11 – 12 – 1 – 2 – 3 – 4 – 5 – 6 – 7
Llamada | Kurzer, betonter zapateado des Tänzers als Ankündigung eines neuen Abschnitts. Die llamada (dt. Anruf/Zuruf) ist ein sehr wichtiges Zeichen des Tänzers – eine Kombination aus Schritt-, Zapateado- und Armtechnik, die den Musikern zeigt, dass hier nun ein neuer Abschnitt eingeleitet wird. Die llamada im 12er-compás beginnt mit 3 Schlägen auf 1-2-3, wobei die 3 zu betonen ist. Es werden aber auch immer wieder neue Variationen dieser klassischen llamada hervorgebracht. Wichtig ist bei allen, dass der Tänzer mit ihnen entschlossen deutlich macht, dass es sich hier um eine llamada handelt, damit die Musiker folgen können. Merke: Eine llamada „ruft“ nach einem neuen Abschnitt innerhalb des Stückes – ein remate hingegen ist immer ein Abschluss (s. remate). Das rhythmische Muster wird jeweils so aufgebaut, dass es nach etwas „Öffnendem“ oder etwas „Schließendem“ klingt.
Malagueña | ein Flamencostil, Fandango aus Malaga, freier compás
MantónMantón | Viereckiges, mit langen Fransen (flecos) und aufwendig besticktes Tuch für die Tanzarbeit. Mantones aus Seide sind wunderschöne Kunstwerke. Sie werden doppelt zu einem Dreieck gelegt, dadurch hat man die nötige Schwere und die Fransen erreichen eine große Dichte. Für Anfänger gibt es dreieckige Tücher, die leichter zu handhaben sind. Prachtvoll bestickte Profitücher können schon mal 2000 € kosten, sehr schöne Tücher für das Schülertraining gibt es schon ab 80 €. Die ersten bestickten Tücher kamen aus China, in Andalusien wurden deren Motive durch die typischen Blumenstickereien ersetzt. Mantones werden als eindrucksvolles Hilfsmittel eingesetzt oder als Teil des Kostüms um Körper, Hüften oder Schultern gebunden. In Spanien tragen Frauen  mantones zu festlichen Anlässen.
Marcaje | Überbegriff für die Grundschritte des Flamencotanzes, mit denen Tänzer den Takt und Rhythmus „markieren“. Eine spezielle marcaje ist der paseo – der Grundschritt der 12er-Takte. Man gab ihm diesen Namen, da er nicht an der Stelle getanzt, sondern wie ein Spaziergang (paseo) „gegangen“ wird.
Martinete | ein Flamencostil, ursprünglich freier compás, heute auch 12er
Milongaein Flamencostil (s. ida y vuelta), 4er > 1 – 23 4 | 1 – 23 4
Minera | ein Flamencostil, freier compás
Mitad | Mittelteil eines Tanzes. Die Choreografien werden in Abschnitte eingeteilt, um Schülern und Lehrern die Orientierung und Verständigung zu erleichtern. Der Anfangsteil wird entrada genannt, la mitad ist der Mittelteil (auch centro genannt), el final ist der Schluss. Bei sehr langen Choreos kommen weitere Abschnitte hinzu.
Nodillos | rhythmisches Klopfen mit den Knöcheln oder der geschlossenen Hand
PalmasPalmas | rhythmisches Klatschen. In einem Standard-Ensemble gibt es zwei oder mehr palmeros, die diese Aufgabe übernehmen. Bei den zapateados (Fußteilen) sind sie wichtige Taktgeber für die Tänzer; Flamencotanz ohne palmeros ist als besondere Schwierigkeit anzusehen, vor allem, wenn auch kein  cajonero (siehe cajón) beteiligt ist. Man unterscheidet sordas: nur die Handflächen aufeinanderschlagen (dezent begleiten) und claras: Zeige-, Mittel- und Ringfinger schlagen in den Handteller (hell, klar, perlend; den kleinen Finger evtl. abspreizen). Locker bleiben und nicht mit Kraft klatschen – Grundregel: Gute Technik = guter Klang. Palmas müssen rhythmisch korrekt und auch dynamisch, also mit Gefühl für die Stimmung des Stückes angewendet werden und wie immer mit Respekt gegenüber dem Ensemble.
Palo | Begriff für „Flamencostile“ im Allgemeinen (s. a palo seco). Palos unterscheiden sich durch ihre Taktart, Metrik, Grundrhythmus und Stimmung. „Welchen palo habt Ihr im Workshop gemacht?“ – „Eine Soleá por Buleria.“
Paseillo | Schrittfolge, ähnlich einem Schlendern, im Takt der Musik. Der paseillo wird häufig zum Beginn oder zum Abschluss eines Tanzes verwendet oder zum Eingang in einen neuen Abschnitt innerhalb eines Stückes (z. B. das Ende eines Tango de Malaga, der in den compás por Tangos wechselt). Der paseillo kann mit Fußschlägen betont werden.
Paseo | Grundschritt mit vielfältigen Variationen (s. auch  marcaje). Paseos lassen sich nur auf 12er-Takte anwenden und sind das wichtigste Schrittelement des Flamencos, wenn man so will „der“ Flamencoschritt.
Paso (de Bulería) al Golpe | Grundschritt im Takt der Bulerías al golpe (3/4) mit Betonung (golpe) auf der 1. Es gibt nahezu unzählig viele pasos de Buleria. Gemeint sind damit Grundschritte, die im 3er-Takt markieren. Sie überwiegend im Stil der Bulerías angewendet, aber auch für andere Stile eingesetzt.
Patrimonio cultural de la humanidad | Seit 2010 ist Flamenco Unseco Kulturerbe. 
Pellizcos | Kleine, spontane Gesten, Mimikspiel oder winzige Bewegungen, auch begleitet von einem Schulterzucken oder einer zackigen Kopfbewegung. Pellizcos kann man nicht lernen, denn sie entspringen der Persönlichkeit des Tänzers und der Gunst des Moments. Sind sie nicht spontan und kommen sie nicht von einem selbst, wirken sie künstlich.
Peña | Flamencoverein/-club zur Pflege und Förderung der Flamencokultur
Pericón | Tanzfächer (s. auch abanico) 
Petenera | ein Flamencostil, 12er > 12 – 1 – 2 – 3 – 4 – 5 – 6 – 7 – 8 – 9 – 10 – 11
Pitos | Fingerschnippen. Die Tänzer schnippen während des Tanzes auch mit den Fingern (i. d. R. im Auftakt einer Note). 
Planta | Schlag mit dem Fußballen. Manche benutzen planta auch als Bezeichnung für die ganze Fußsohle (eigentlich golpe) und benennen den Ballen dann mit media planta. Wir verwenden die gängisten Bezeichnungen: Golpe (ganze Fußsohle), planta (Ballen), tacón (Absatz), punta (Fußspitze) etc. Für die Technik der planta ist auf einen entspannten Fuß zu achten, obwohl es keine schwierige Technik ist, können sich hier doch schnell Fehler einschleichen. Die planta klingt sanft und trocken (seco), die Zehen sind locker.
PosturaPostura | Jede Bewegung und Pose lebt von der typischen postura, der Körperhaltung. Tanzschüler werden von Beginn an darin geübt, eine Verbindung zwischen Körper-, Geist und Gefühl zu schaffen. Es geht nach dem Prinzip: Wer daran denkt, sich gut zu halten, dessen Körper führt auch das dazu Notwendige aus. Das Gefühl richtet sich dabei auf die Musik, der die Bewegungen in dieser Haltung zu folgen haben. Die Muskulatur wird durch stetiges Training verbessert und bereits nach 2-3 Monaten kann eine schöne und stabile postura erreicht werden. Alleine der  zapateado ist ohne korrekte Körperhaltung nur bloßes Stampfen, keine Stabilität, keine Dynamik, kein sauberer Ton, kein Tempo… Um die Geheimnisse der postura flamenca zu verstehen und zu lernen, bedarf es regelmäßigen Trainings und eines erfahrenen Lehrers, der Dir alle Details erklären kann.
Rasgueado | Schnelles, fortlaufendes oder abgestopptes Anschlagen mehrerer Gitarrensaiten mit den Fingern.
Redoble | Schlägt man mit einem Fuß mehr als 1 x direkt hintereinander, spricht man von einem redoble. Es gibt häufig verwendete Muster, wie z. B. die 4-Schlag-Folge planta-re, tacón-re, golpe-li, golpe-li.
Remate | Abschluss eines Abschnitts. Nach einem remate geht es im Stück noch weiter, lediglich ein Teil wird hiermit abgeschlossen. Soll ein remate den endgültigen Abschluss bilden, nennt man ihn cierre (s. cierre).
Ritmos binarios | 2er-Takteinheiten 
Ritmos ternarios | 3er-Takteinheiten 
Rumba | ein Flamencostil (s. ida y vuelta), 4er > 1 – 2 – 3 –
Seguiriya | ein Flamencostil, 12er > 8 – 9 – 10 – 11 – 12 – 1 – 2 – 3 – 4 – 5 – 6 – 7
Serrana | ein Flamencostil, 12er > 8 – 9 – 10 – 11 – 12 – 1 – 2 – 3 – 4 – 5 – 6 – 7
Sevillana | folkloristischer, flamencozugehöriger Paartanz, 6er > 1 – 2 – 3 – 4 – 5 – 6
Silencio |  Sehr ruhiger und besonderer falseta-Teil (z. B. in Cantiñas und deren Unterarten, wie Alegrías), in dem der Gitarrist ohne rhythmische Begleitung und Gesang spielt. Silencios haben einen melancholischen Charakter und werden oft in Moll gespielt. Der Tänzer interpretiert diese ruhigen Gitarrenmelodien mit weichen Bewegungen und kann sanft akzentuierende Fußteile (zapateados) einsetzen. 
Soniquete | Was man in der internat. Musiksprache als „groove“ kennt, heißt im Flamenco soniquete.
Soleá | ein Flamencostil, 12er > 1 – 2 – 3 – 4 – 5 –  6 – 7 – 8 – 9 – 10 – 11 – 12
Soleá por Buleria | ein Flamencostil, 12er > 1 – 2 – 3 – 4 – 5 – 6 – 7 – 8 – 9 – 10 – 11 – 12 
SombreroSombrero |  Der sombrero ist ein  Accessoire des Flamencos. Die Hutkrempe ist nicht nach oben geschwungen, der Mittelteil gerade geschnitten und nicht gewölbt, der Schnitt entspricht dem eines  caballeros (spanischer Reiter). Der Hut muss genau passen, sonst verrutscht er beim Tanzen oder fällt herunter – dazu ist ein Dutt oder Pferdeschwanz ratsam, denn bei offenem Haar findet der Hut keinen Halt. Der beim neuen Hut noch vorhandene Kinngurt wird für den Tanz entfernt, damit der Hut während des Tanzes zügig und elegant ab- und aufgesetzt werden kann. Dieses sehr beliebte Hilfsmittel lässt sich effektvoll einsetzen und ist auch für Anfänger bestens geeignet. Oft sieht man einen Garrotín mit Hut getanzt, ein Stil im 4er-Takt, aber auch  Farrucas können damit in Hosen getanzt wunderbar interpretiert werden. Die meist schwarzen oder roten Sombreros kombiniert man häufig mit bunten, rüschenbesetzten Kleidern, um die Hüfte oft sehr eng geschnitten. Der Sombrero bringt erfrischende Abwechslung in den Tanzschulablauf, da er auch humoresk und verspielt eingesetzt werden kann.
Subida | schneller werdender Fußteil (s. zapateado)
Tablao |  Tablao wurde ursprünglich die erhöhte kleine Bühne genannt, auf denen die Flamencokünstler Mitte des 19. Jhd. in den salones oder cafés cantantes auftraten. In den 1950er Jahren unterstützte das Franco-Regime zur Förderung des Massentourismus die Eröffnung zahlreicher Flamencolokale im Stile dieser salones/cafés cantantes, jetzt tablaos genannt. Die Bühne dieser Lokale sind klein, doch Flamenco kann auf sehr kleinem Raum stattfinden. Kompanien treten auf Großbühnen in Konzerthäusern auf. Wer es lieber traditionell mag, dem sei unbedingt ein Konzert im kleinen Rahmen eines tablaos empfohlen.
Tacón | Absatz (Schuh)
Taconeo | Fußteile (s. auch zapateados)
Tango | ein Flamencostil, 4er > 1 – 2 – 3 – 4 | 1 – 23  – 4
Tango de Malaga | ein Flamencostil, 4er > 1 – 23 – 4 | 1 – 234
Tanguillo | ein Flamencostil, polyrhythmisch, 4er/3er > 1 – 2 – 34 und 1 – 2 – 3
Taranta | ein Flamencostil,freier compás
Taranto | ein Flamencostil, 4er > 1 – 234 | 1 – 234
Tiento | ein Flamencostil, 4er > 1 – 234 | 1 – 234
Toná | ein Flamencostil, freier compás
Toque | Neben Gesang (cante) und Tanz (baile) gehört das Gitarrenspiel (toque) zu den drei Hauptelementen des Flamencos. Anfangs war die Gitarre im Flamenco ein reines Begleitinstrument. Einerseits suchte der ursprüngliche cante a palo seco (Gesang ohne Begleitung) nach musikalischer Unterstützung und Bereicherung. Weiterhin brauchten auch die (Zigeuner)Tänzerinnen, die die spanischen Modetänze in ihrer ungestümen Art „a lo gitano“ darbieten wollten, Musik für ihre Aufführungen. Gesang mit Gitarre und Tanz mit Gitarre, entwickelten sich in diesen neuen Formationen zunächst separat und fanden erst Mitte des 19. Jhd. zusammen – dies war die Geburt der Bezeichnung „Flamenco“ für diese neue Musikform mit Gesang, Tanz und Gitarre. Die heute bekannten Flamencostile entstanden in dieser Zeit. Die Gitarre ist heute nicht nur als Begleitinstrument bekannt, sondern und vor allem als ernstzunehmendes Soloinstrument. Nicht zuletzt durch Gitarristen, die die ursprünglich eher einfache Flamencospieltechnik durch die der klassischen Gitarre erweiterten, wurden nahezu unbegrenzte Möglichkeiten eröffnet. Viele herausragende Künstler haben ihr diesen Weg bereitet und sicher ist auch in der Zukunft noch einiges zu erwarten.
Toqueador | Gitarrenspieler (s. auch guitarrista)
Traje flamenca | Flamencokostüm 
Tremolo | mehrfacher Anschlag einer Gitarrensaite
Vidalitá | ein Flamencostil (s. ida y vuelta), freier compás
Vuelta | Drehung (v. de pecho, v. de tacón, v. quebrada…)
Zählweise | Takte werden auf Spanisch wie folgt gezählt: 1 un(o) – 2 dos – 3 tres – 4 cuatro – 5 cinco – 6 seis – 7 siete – 8 ocho – 9 nueve – 10 diez – 11 once od. un(o) – 12 doce od. dos. Den „10“er lässt man bei 11 und 12 weg, da die dann übrigen 1 und 2 mit „un(o)“ und „dos“ prägnanter und einfacher ausgesprochen werden können. Auch in einer großen und damit lauteren Gruppe kann der Lehrer so noch durchdringen. Bei 1 un(o) wird das „o“ meist nicht mitgesprochen.
ZapatosZapatos | Die Schuhe eines Flamencotänzers sind wie für den Gitarristen seine Gitarre – ein Heiligtum und das Werkzeug seiner künstlerischen Arbeit.    Flamencoschuhe sind aus Leder, Spitze und Absatz mit Nägeln beschlagen, Ballenbereich gepolstert, Zehenbereich verstärkt. Es gibt sie auch in Halbgrößen-Schritten, in verschiedenen Weiten und einer großen Auswahl an Schnitten – mit Riemchen, zum Binden, als Stiefel usw. Profi-Schuhe sind sehr hart, stabil und aus erstklassigem Material. Einem Profitänzern müssen sie die Füße auch bei täglich stundenlangem Training und den Anforderungen auf der Bühne schützen können – das vermag kein Anfänger- oder Semi-Profi-Schuh. Einsteigerschuhe sind bereits ab € 40 erhältlich, jedoch darf man hier nicht allzu viel erwarten. Erst ab ca. € 80 ist ein schützender und Stabilität gebender Schuh zu erwarten. Profischuhe können mehrere hundert Euro kosten und werden nicht selten mit speziellen Ledern oder Hölzern aus dem Instrumentenbau ausgestattet (diese Schuhe erzeugen Töne!). Jeder Tänzer hat seine Vorlieben und kann sich ganz persönliche Schuhe anfertigen lassen. Für alle Tänzer, ob Anfänger oder Profi gilt jedoch – die Schuhe müssen fest sitzen, Fersen und Zehen werden vom Schuh gut umschlossen, doch nichts gequetscht. Wichtig für die erste Anprobe: Tanzschuhe sitzen nie so „bequem“, wie privates Schuhwerk – sie erfüllen in erster Linie keinen optischen, sondern einen praktischen Zweck und müssen funktionieren, schützen und klingen. Ein guter Schuh erzeugt auch bereits beim Abklopfen der Sohle einen guten Klang. 
Zapateado | ein Flamencostil, polyrhythmisch, 4er/3er > 1 – 23 4 und 1 – 2 – 3 
Zapateados | Bei der perkussiven Fußarbeit des Flamencos sollte man nicht an „Treten“ und „Schlagen“ denken, da diese Begriffe einen falschen Eindruck von der Technik geben. Flamencotänzer werden beim zapateado  zum Musiker, denn sie erzeugen mit speziell präparierten Schuhen Töne, manche filigran, manche deutlich und prägnant. Dabei ist es nicht nötig und sogar ungesund, hart und mit Kraft zu treten! Die Absätze und Schuhspitzen sind benagelt, damit man jeden noch so zarten Ton sofort hört (s. Foto  zapatos). Ein guter Tanzlehrer achtet beim Schüler auf saubere Technik und weist auf Technikfehler hin. Beim zapateado   ist außerdem darauf zu achten, dass die Knie stets leicht gebeugt bleiben (nicht in die Hocke gehen), die Bewegungen der Füße/Beine ins lockere Becken geleitet werden, der Rumpf unter Spannung bleibt und nicht hin- und herschaukelt oder hüpft. Saubere zapateados erfordern sehr viel Übung und Muskulatur, die durch regelmäßiges Training zunächst aufgebaut und später gehalten werden muss. Die Einzeltechniken heißen z. B. golpe, tacón,  planta, punta, látigo, arrastre, carretilla… Aus diesen Einzeltechniken bauen wir Fußteile (zapateados oder  taconeos), kurze oder lange rhythmische Muster, die in die Tänze eingebaut werden (z. B. als escobilla, llamada).

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